Kunst

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Gebrüder Eyth

Die Gebrüder Karl und Heinrich Eyth haben ihre künstlerische Begabung quasi "in die Wiege gelegt bekommen". Ihr Vater Gustav Gottfried Eyth war Buchbinder-Meister und galt in Schiltach als wertvoller Berater und Förderer des geistigen und geselligen Lebens der Stadt. Zur Erinnerung an die Familie Eyth erhielt eine Straße im Wohngebiet "Baumgarten" den Namen "Eythstraße".

Heinrich Eyth

(8.7.1851 - 16.07.1925)

Einige noch vorhandene Zeichnungen und Portraits des 12jährigen Heinrich Eyth belegen das Naturtalent des Künstlers, der später das Dekorateur-Handwerk erlernte. Anschließend ging er auf die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, wurde Zeichenlehrer und zuletzt Oberzeicheninspektor der badischen Volksschule. Zahlreiche Veröffentlichungen von Unterrichtswerken ließen ihn bald über Baden hinaus bekannt werden, wenngleich er seiner Heimatstadt Schiltach immer verbunden blieb. So gibt es zahlreiche Zeichnungen und vor allem wunderschöne Aquarelle mit Schiltacher Motiven, die zusammen mit Werken seines Bruders Karl unlängst in einer Sonderausstellung im "Museum am Markt" zu sehen waren. Die in seinen letzten Lebensjahren unvollendet gebliebenen Werke vom alten Schiltach konnten von seinem Bruder Karl fertiggestellt werden.

Karl Eyth

Selbstbildnis von Karl Eyth
Selbstbildnis von Karl Eyth

(30.01.1856 - 17.09.1929)

Karl Eyth wurde als dritter Sohn Gustav Eyth's in Schiltach geboren und wurde schon in jungen Jahren in die Lehre zum Dekorationsmaler J.G. Straub nach Wolfach geschickt. An der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe setzte er seine Ausbildung fort und wurde aufgrund seines überragenden Talents bald als Lehrer eingesetzt und mit Sonderaufgaben betraut.

Den Feinschliff seines Kunsttalents holte er sich als Schüler von Ferdinand Keller und an der Kunstakademie München, die er mit Auszeichnung abschloss, weshalb er bald nach seiner Rückkehr an die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe zum Professor ernannt worden ist.

Seine besten Aquarelle entstanden bei seinen Auslandsaufenthalten in London und Italien.

Die Tochter Gertrud setzte die künstlerische Tradition der Familie auf dem Gebiet der Musik fort. Sie wurde eine bedeutende Konzertpianistin und Cembalistin.

Auch Karl Eyth blieb seiner Heimastadt Schiltach stets verbunden, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand. Ein Zeugnis seiner Heimatliebe ist das von ihm geschaffene "Vereinsemblem" der Schiltacher Feuerwehr.

Eduard Trautwein

Rathaus
Rathaus

(25.05.1893 - 09.05.1978)

Eduard Trautwein besuchte aufgrund einer Empfehlung des Karlsruher Akademieprofessors Ritter in den Jahren 1909 bis 1913 die Kunstakademie in Karlsruhe. Vorher hatte er sich vom Kirchenmaler Rieger in Karlsruhe in die sakrale Kunst und in die Fassadenmalereien einweisen lassen.

Nach dem 1. Weltkrieg ließ Trautwein sich 1919 in Schiltach als freischaffender Künstler nieder, zog allerdings schon 1920 nach Wolfach.

Auf dem Bild rechts die Fassadenmalerei am Schiltacher Rathaus, die 2006 restauriert wurde Bekannt wurde er vor allem durch seine Fassadenarbeiten, von denen die an den Rathäusern in Schiltach (1942) und Wolfach wohl am meisten Beachtung finden. Aber auch seine "normalen" Arbeiten haben ihn berühmt gemacht, vor allem das im Gemeindebesitz befindliche Gemälde vom historischen Silvesterzug in Schiltach. Eines seiner letzten großen Bilder hat der Künstler für das Seniorenheim in Schiltach (heute: Gottlob-Freithaler-Haus) fertiggestellt. Es zeigt ein Motiv des Spittelstegs um 1900 mit seinem Elternhaus, dem ehemaligen Gasthaus "Krone".

Zum Lebenswerk des Künstlers fand im Museum am Markt vom 27. April 2008 bis 2. November 2008 eine Sonderausstellung statt.

Peter Homberg-Harter

(11.12.1913 - 05.09.1996)

Peter Homberg-Harter wurde in Oberhausen im Rheinland geboren und erlernte in der väterlichen Steinmetzwerkstatt sein Kunsthandwerk. Wichtig waren aber auch seine Studien im Atelier des Müllheimer Bildhauers Deus.

Aufgrund eines Stipendiums der Stadt Müllheim (Ruhr) ließ er sich ab 1939 in Essen an der Folkwangschule zum Grafiker ausbilden, worin fortan seine hauptsächliche künstlerische Betätigung lag. Nach sechs Semestern verließ er die Folkwangschule und ließ sich im Schwarzwald nieder, wo er 1951 die gebürtige Schiltacherin Sophie geb. Harter heiratete.

Figürliche Bildhauerarbeiten von seiner Hand finden sich in Kirchen und Kapellen, an öffentlichen und privaten Gebäuden sowie auf Friedhöfen wieder. In seiner malerischen und graphischen Tätigkeit entstanden zahlreiche Stammfolgen und Wappen mit Illustrationen sowie Urkunden, Ehrenbürgerbriefe und Wandbilder.

Sophie Julia Caroline Frieda Leo

Das Glasbild im Schiltacher Rathaus
Das Glasbild im Schiltacher Rathaus

(19.03.1874 - 27.11.1946)

Die ledige Glasmalerin Sophie Julia Caroline Frieda Leo war die Tochter von Hermann Leo (Notar) und Emilie Mathilde Leo geb. Trautwein. Sie war gebürtige Schiltacherin und ist auch hier verstorben.

Sie lernte in Karlsruhe die Glasmalerei. Ihre Werkstatt war in der Schenkenzeller Str. 1, mit einem kleinem Ausstellungsraum gegen die Straße.

Von ihr stammt das Glasfenster im Treppenhaus des Schiltacher Rathauses mit dem Schiltacher Wappen zum 100jährigen Jubiläum zur Zugehörigkeit zu Baden. Eine Glasfenster mit dem Schiltacher Wappen ist im Museum zu sehen. Weiter 6 Glasfenster waren einst im Bürgersaal, die allerdings verloren gingen.

In Schiltach ist sie noch bekannt durch mit farbigen Steinen gefaßte farbige Lampenschirme im Jugendstil.

Karl Gaiser

Der Kunstmaler Karl Gaiser wurde 1931 in Schiltach geboren. Zwei Jahre danach übersiedelten die Eltern nach München und hatten dadurch eine wichtige Wegstrecke für das spätere Schaffen des Sohnes gelegt. Die Kunststadt München und das Alpengebiet waren Voraussetzung seiner Laufbahn. Dass er heute auf dem Gebiet der alpinen Malerei einen internationalen Namen hat, dafür wurde damals der Grundstein gelegt. Berühmt wurde er auch durch seine Bilder über Wald, Wild und Jagd.

Er hat meherer internationale Auszeichnungen erhalten: Ausstellungspreis und Goldmedaille 1980, einen Kulturpreis 1984.

Rolf Storz

(geb. 1956 in Schramberg)

Rolf Storz, Bild: Bodo Schnekenburger
Rolf Storz, Bild: Bodo Schnekenburger
Das Bild "Szenerie" von Rolf Storz aus dem Jahr 2002
Das Bild "Szenerie" von Rolf Storz aus dem Jahr 2002

"Alles Sichtbare haftet am Unsichtbaren. Das Hörbare am Unhörbaren. Das Fühlen am Unfühlbaren. Vielleicht das Denken am Undenkbaren." (Friedrich von Hardenberg)

Der in Schiltach arbeitende freischaffende Künstler Rolf Storz hat mit seinen Werken nationale Anerkennung erfahren. Für einen Entwurf des "Denkmals für die ermordeten Juden in Europa" in Berlin erhielt der Künstler zusammen mit dem Schiltacher Landschaftsarchitekten Hans-Jörg Wöhrle 1995 einen Bundespreis.

Neben Einzelausstellungen in verschiedenen Galerien war Rolf Storz beteiligt an Ausstellungen in Berlin/Kongresszentrum Lichtenberg, in Bonn/Konrad-Adenauer-Haus und in Salzburg/Kongresshaus.

Öffentliche Ankäufe u.a. durch das Land Baden-Württemberg

Eine seiner bedeutendsten Arbeiten findet sich in der Evangelischen Kirche in Wolfach. Es ist die Kreuzigungsszene. Sie trägt den Titel "Die neunte Stunde".

Andrea Wörner

(geb. 1970 in Hornberg)

Die Bildhauerin Andrea Wörner beschäftigt sich mit Christlicher Kunst (u.a. Heiligenfiguren in den Stilepochen romanisch, gotisch, barock und zeitgenössisch), mit Portraitbüsten, mit freien Skulpturen, Reliefs und Vollplastiken.

Nach dem in Rottweil abgeschlossenen Abitur hat sie in Berchtesgaden und München eine Ausbildung zur Bildhauerin absolviert. 1999 legte sie ihre Meisterprüfung ab und ist seither Holzbildhauermeisterin. Im selben Jahr wurde ihr der "Dannerpreis" verliehen (Landeswettbewerb für das Kunsthandwerk in Bayern). 2000 wurde ihr der Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung zugesprochen. Zwischen 2003 und 2007 gab es regelmäßige Arbeitsaufenthalte in den USA.

Seit 1999 ist Andrea Wörner freiberuflich in Schiltach tätig.

Die Stadt Schiltach widmet ihr vom 21. Mai bis 31. Oktober 2010 eine Sonderausstellung im Museum am Markt und dem Rathausfoyer.

Zur Homepage von Andrea Wörner [1]

Karla Kreh

Bildende Künstlerin

Malerei, Kunst am Bau, Objekte, Performance

Ankäufe: Land Baden-Württemberg u.a.

1970 bis 1975 Studium an der Staatl. Akademie der bildenden Künste Stuttgart, Fachklasse Prof. Haegele. Ausgestellt im europäischen Raum u.a. Europarat Strasbourg, Theaterhaus Stuttgart, Galerie der Stadt Stuttgart "unterm Turm", Kunstverein Kassel, Kunstverein Stuttgart, Galerie der Stadt Luxembourg, "Konschthaus am Engel", "Ar t Contamporaire" Luxembourg.

Im Jahr 2008 hat Karla Kreh ihre Kunstschule von Wolterdingen nach Schiltach verlegt, wo sie das Gebäude Markptlatz 9 übernommen und saniert hat.

In Schiltach sind Skulpturen von ihr beim Gebäude Bachstraße 26 (Altes Krankenhaus) und Schramberger Straße 57 (Karlin-Villa) zu sehen, außerdem hat sie die kunstvolle Fassade der neuen Sammelgarage im Bereich Bachstraße/Sägergrün gestaltet.

2006 fand im Museum am Markt und im Rathaus eine Sonderausstellung zum Wirken von Karla Kreh statt.

Zur Homepage von Karla Kreh [2]

sonstiges