Kinzigtal

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Das Kinzigtal bezeichnet die Region am Rande des Flusses Kinzig. Die Kinzig entspringt auf der Gemarkung der Gemeinde Loßburg im Landkreis Freudenstadt. Sie fließt zunächst in südliche Richtung und knickt dann allmählich nach Westen ab. Dabei verlässt sie kurz nach Alpirsbach den Landkreis Freudenstadt und streift den Landkreis Rottweil. Den größten Teil ihres Laufes durchquert sie den Ortenaukreis. Bei der Stadt Offenburg verlässt sie den Schwarzwald und mündet bei Kehl in den Rhein. In ihrem oberen Lauf ist die Kinzig ein typischer Gebirgsfluss, die in ihrer Geschichte auch schon manche schwere Überschwemmung verursacht hat. Im mittleren und unteren Verlauf wurde sie in ein sehr geradliniges Bett mit hohen Deichen gezwängt. Im Mündungsbereich der Kinzig bzw. der Schutter in die Kinzig wird eine Renaturierung durchgeführt.

Da die Kinzig der einzige Fluss ist, der den Schwarzwald komplett "durchschneidet", wurde das Tal nachweislich schon 73 n. Chr. von den Römern als Verbindung zwischen Straßburg und Rottweil benutzt. Mit dem Bau der Römerstraße wurde 73/74 n. Chr. begonnen. Wahrscheinlich war in Schiltach eine römische Umlade- und Umspannstation, da hier der "Aufstieg" aus dem Kinzigtal auf die Hochebene in Richtung Rottweil (römisch: Arae Flaviae - „Altäre der Flavier“) begann und die Stadt somit eine strategisch wichtige Bedeutung hatte. Die Stadt Rottweil, die dem gleichnamigen Landkreis den Namen gibt, zu welchem Schiltach seit der Gebietsreform Anfang der 1970er Jahe gehört, ist die älteste Stadt in Baden-Württemberg.

Die Bedeutung der Kinzig für das Flößerhandwerk

Die Kinzig hatte in früheren Zeiten große Bedeutung für die Flößerei. Die früheste Erwähnung dieses Handwerkes auf der Kinzig stammt aus dem Jahr 1339. Die Flößerstädte Wolfach und Schiltach unterhielten eigene Floßgesellschaften, die die Flößerei bis zum Rhein und weiter bis nach Holland organisierten, die sogenannten Schifferschaften. Das letzte aus Handelsgründen gebaute Floß fuhr 1896 auf der Kinzig. Noch heute erinnern Flößerfeste, Flößermuseen in Schiltach, Gengenbach und Wolfach, sowie zahlreiche technische Anlagen wie Stauwehre oder der "Gamper" und ein "Holländer" sowie die Darstellung der Verbindungen eines "Holländerfloßes" auf der Schiltacher Lehwiese an diese Zeit. Neben dem Schüttesägemuseum liegt darüber hinaus auf Stützen ein Schaufloß der Schiltacher Flößergruppe.

In Schiltach und Wolfach halten Flößergruppen mit ihrem Wirken die Erinnerung an die Flößerei wach und sorgen dafür, dass die Technik des Floßbaus der Nachwelt erhalten bleibt.

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