Geschichte
Aus Schiltacher Stadtwiki
Schiltach entstand im 11. Jahrhundert als Pfarrei für die umliegenden Höfe, welche älter sind als Schiltach selbst. In der Umgebung der heutigen evangelischen Stadtkirche, im Bereich des heutigen "Vorstädtle" entsteht eine Ansiedlung die der Ursprung von Schiltach ist, welche nach dem Fluss Schiltach benannt war. Vermutlich zur Mitte des 13 Jahrhunderts gründen die Herzöge von Teck zur Sicherung ihrer Gebiete die Stadt Schiltach (erste Erwähnung 1275), eine ummauerte Stadt mit Toren und die darüberliegende Burg Schiltach zu ihrer Verteidigung. Eine Kirche wurde in der Stadt nicht gebaut, den diese war bereits schon da, in der Siedlung vor der Stadt. Die Stadt sollte den Verkehr der hier durchführt beherbergen, ein Dienstleistungszentrum sein vor dem Anstieg der Straße in Richtung Rottweil. Die Burg/Stadtanlage von Schiltach übernahm somit ab ca. 1250 die Funktion der Willenburg, die die Versorgung an der Straße vor der Gründung der Stadt Schiltach wargenommen hat.
Die Straße durch das Kinzigtal war schon in Römerzeiten die Verbindung durch den Schwarzwald aus der Straßburger Gegend in Richtung Rottweil, die Römerstraße wurde um 73/74 n. Chr. gebaut. Schiltach war aufgrund seiner strategisch günstigen Lage vermutlich schon damals eine römische Umlade- und Umspannstation.
1371 kommt die Stadt Schiltach an die Herzöge von Urslingen, denen sie auch ihr Stadtwappen verdankt. Die verarmten Urslinger verkaufen im Jahr 1381 Burg und Stadt Schiltach an die Herzöge von Württemberg. Bis auf die Jahre zwischen 1519 bis 1534 in denen die Stadt von der Reichsstadt Rottweil besetzt war, später, durch Besetzung des Amtes Hornberg (Schwarzwald) (zu dem Schiltach gehörte) bei Vorderösterreich, blieb Schiltach von dieser Ausnahme abgesehen bis zum Jahre 1810 bei Württemberg.
- 1810 wird Schiltach dem Großherzogtum Baden zugeteilt. Wolfach wird Amtstadt für Schiltach, später Kreisstadt.
- 1817 Die umliegenden Höfe werden als Gemeinde Lehengericht eine eigene Gemeinde.
- 1952 kommt Schiltach zum Land Baden-Württemberg.
- 1973 wird der Landkreis Wolfach aufgelöst, Schiltach wird dem Landkreis Rottweil zugeordnet.
- 1974 Die Gemeinde Lehengericht wird wieder in die Stadt Schiltach eingegliedert.
- 1979 Die Exklave Sulzbächle/Fischbach kommt zur Stadt Wolfach, im Gegenzug kommt das Gebiet Vor Heubach zu Schiltach.
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Die Schiltacher Märkte
Die Stadt Schiltach kann über viele Jahrhunderte bis heute auf eine wechselvolle Markt-Geschichte zurückblicken. In den Annalen finden wir dazu so manches Interessante, das sich lohnt, wieder einmal vergegenwärtigt zu werden. Es ist anzunehmen, das Schiltach bereits zu seiner Stadtgründung das Marktrecht verliehen bekam. Der erste Markt und alle weiteren Märkte machten Schiltach zu einem Einkaufszentrum des oberen Kinzigtales.
Pfingstmontagsmarkt
Der älteste Schiltacher Markt war vermutlich der Pfingsmontags-Markt. Dazu kam 1430, urkundlich belegt, der St.Jakobs-Markt am 25. Juli. Im Jahre 1654 folgte der Andreasmarkt am 30. November. Mit dem späteren Matthias-Markt am 24. Februar und dem Mattheus-Markt am 21. September hatte Schiltach schließlich fünf Märkte. Im Jahre 1839 musste der Pfingstmontags-Markt auf Anordnung der badischen Regierung auf „Peter und Paul“ am 29. Juni verlegt werden. Der Einspruch des Gemeinderates gegen diese Verlegung wurde abgewiesen. Es wurde sogar im Falle der Nichteinhaltung der Verlegung eine strenge Bestrafung angedroht.
Da die weiteren Kinzigtalstädte die Zahl ihrer Märkte auch erhöht hatten, entstand die Gefahr, dass sich die Märkte zu sehr beeinträchtigen. Daher beschlossen die Verantwortlichen eine Reduzierung. Die Schiltacher kamen überein, künftig vierteljährlich nur einen Markt abzuhalten. Sie legten ihre Märkte jetzt auf den Josefstag am 19. März, den Peter-und-Paul-Tag am 29. Juni, den Maria-Himmelfahrt-Tag am 15. August und auf den Andreastag am 30. November. Hintergrund für die Wahl von katholischen Feiertagen war die Tatsache, dass das protestantisch-pietistische Schiltach auf diese Weise von den Bewohnern des katholisch geprägten Umlandes aufgesucht werden konnte, die wegen der Feiertage nicht arbeiten mussten.
Krämermarkt
Von diesen Märkten entfiel dann später noch der Markt an Maria Himmelfahrt. Und der Andreasmarkt wurde nach einigen Jahren vom 30. November auf den 8. Dezember verlegt und wurde im Laufe der Zeit fälschlicherweise als Weihnachtsmarkt deklariert. Zwischenzeitlich wurde er mit dem "Schiltacher Advent" zusammengelegt und findet immer am Freitag vor dem 2. Advent statt.
Alle drei traditionellen Märkte waren Krämermärkte und haben bis heute Bestand. Der Peter-und-Paul-Markt war stets der bestbesuchte der drei Märkte. In früheren Zeiten gab es überdies einen Wochen- und Fruchtmarkt, beide wurden eingestellt. Allerdings gibt es seit dem 17. Juni 1993 donnerstags wieder einen Wochenmarkt, auf dem insbesondere die heimischen Landwirte ihre Produkte anbieten. Dieser Wochenmarkt fand zunächst in der Gerbergasse und später auf dem Marktplatz statt, seit 2006 wieder in der Gerbergasse.
Die Krämermärkte hatten einst die Aufgabe, einen größeren Ort und seine Umgebung mit den notwendigen Produkten zu versorgen. Diese Aufgabe hat sich heute aufgrund weitergehender wirtschaftlicher Entwicklungen reduziert. Das Marktrecht erlaubte der Stadt, von den Verkäufern ein so genanntes Standgeld zu erheben. Das ist bis heute so geblieben. Für die Ordnung auf dem Markt sorgt eine Marktordnung, und ein „Marktmeister“ überwacht die Einhaltung.
Die seit jeher auf dem Marktplatz abgehaltenen Märkte werden aufgrund der herrschenden Enge und der immer größer werdenden Wagen der Marktkaufleute nach einem erfolgreichen Testlauf ab Juni 2007 in der Schramberger Straße abgehalten. Der Gemeinderat hat dies beschlossen, um ein Sterben der Märtke zu verhindern, da am bisherigen Standort immer weniger Marktbeschicker zu verzeichnen waren.
Kunsthandwerkermarkt und Bauernmarkt
Auf Initiative des Gemeinderates wurden in der jüngeren Zeit zwei weitere Märkte geschaffen, seit 1996 ein Kunsthandwerkermarkt und ein großer Bauernmarkt. Diese beiden neuen Märkte haben zwischenzeitlich ihren festen Platz im Jahreslauf, sind bereits weit ins Land hinaus bekannt und weisen stets einen riesigen Besucherandrang auf. Der Handwerkermarkt wird immer am letzten Sonntag im April veranstaltet, der Bauernmarkt am dritten Sonntag im Oktober.
Besonders der Bauernmarkt hat zwischenzeitlich einen enormen Stellenwert im Veranstaltungskalender der Region erhalten. Schon zwei Mal widmete der Südwestrundfunk dem Markt halbstündige Beiträge der Reihe "Treffpunkt".
Schiltacher Advent
Seit 2003 feiern die Schiltacher auf Initiative des Gewerbe-und Verkehrsvereins und im Zusammenwirken mit der Stadt am Freitag vor dem zweiten Advent den so genannten „Schiltacher Advent“. Es ist ein stimmungsvolles vorweihnachtliches Ereignis in der zauberhaften Atmosphäre der historischen Altstadt und zieht zahlreiche Besucher zum Verweilen und Flanieren an. Wegen der zeitlichen Nähe zum traditionellen "Andreasmarkt" hat der Gemeinderat beschlossen, beide Veranstaltungen im Jahr 2006 erstmals zusammenfallen zu lassen. Dies hatte zur Konsequenz, dass der "Andreasmarkt" in die Schramberger Straße verlegt wurde, der "Schiltacher Advent" fand auf dem Marktplatz und einem Teil der Schenkenzeller Straße statt. Zwischenzeitlich hat das Landratsamt Rottweil die entsprechende Marktfestsetzung geändert, so dass künftig grundsätzlich der Freitag vor dem 2. Advent Veranstaltungstag des "Andreas-Marktes" und des "Schiltacher Advents" ist.
Die Schiltacher Märkte sind bis heute besondere Events, „Festtage“, zu denen die Besucher von Schiltach selbst, aber auch von den umliegenden Orten kommen. Kunstmaler haben das Marktgeschehen in Bildern festgehalten, so der aus Schiltach stammende Künstler Eduard Trautwein, und Literaten haben über die Märkte geschrieben, so der Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob.
