Fachwerk
Aus Schiltacher Stadtwiki
Als Fachwerk bezeichnet man nach den Zwischenräumen, die Fach oder Gefach heißen, eine Konstruktion, in der nur Stäbe auf Druck oder Zug und nicht auf Biegung beansprucht werden.
Der Ausdehnung nach unterscheiden wir ein ebenes und ein räumliches Fachwerk.
Für Tragwerke wird jede Art von stabförmigen Elementen aus Holz, Spannbeton oder Stahl (z.B. Bleche, Rohre, Formstähle und Flachstähle) dazu verwendet.
Mit Baukonstruktionen, die aus einem Fachwerk bestehen, können sehr große Spannweiten überbrückt und große Höhen erreicht werden, da sie im Verhältnis zu ihrer Tragfähigkeit ein sehr geringes Gewicht haben.
Fachwerke finden ihre Anwendung:
- im Gebäudebau – insbesondere als Fachwerkhaus und im Hallenbau; siehe auch Hochbau und Tiefbau
- im Brückenbau
- in Kran- und Mastenbau
- im Gerüstbau
- im Maschinenbau
- in der Veranstaltungstechnik
Fachwerkstadt Schiltach
Die Stadt Schiltach wurde innerhalb von wenigen Jahren von mehreren Stadtbränden heimgesucht. So brannte das "Städtle" im Jahr 1511, am 10. April 1533 und am 26. August 1590 nieder. Der sich anschließende Wiederaufbau erfolgte innerhalb von drei Jahren nach Plänen des bekannten württembergischen Renaissance-Baumeisters Heinrich Schickhardt, der auch die Freudenstädter Innenstadt mit dem großen Marktplatz konzipiert hat.
Der blühende Holzhandel und die Flößerei führten zu Wohlstand in der Stadt und waren daher mit emsiger Bautätigkeit verbunden. Die wichtigste städtebauliche Entscheidung nach dem Brand von 1590 lag in der Veränderung des Stadtgrundrisses am Unteren Tor (beim heutigen Gasthaus "Adler") durch die Anlage des Marktplatzes. Hierbei war es planerische Absicht, dass das Rathaus im Stadtmittelpunkt als einziges Gebäude aus Stein erbaut wurde und geringfügig in den Platz hineinragt, damit es schon vom "Unteren Tor" aus gesehen und als wichtigstes Gebäude wahrgenommen wird.
Die übrigen Häuser hatten nach der damaligen Bauordnung aus Brandschutzgründen zumindest ein massives Sockelgeschoss und gemauerte Längswände, bei den ärmeren Bauherren erlaubte man einen niedrigeren Sockel und verzichtete auf die massive Längswand. Darüber erheben sich die in Fachwerk gezimmerten Wände, die im Gegensatz zu früher nicht mehr in Flechtwerk und Lehm ausgeriegelt werden durften. Um der verstärkten Brandgefahr zu begegnen und hohen Schaden und Gefahr abzuwenden, waren die Riegelfelder auszumauern.
Nach dieser strengeren Bauordnung baute man innerhalb eines Jahres im Kernbereich auf dem Marktplatz mit dem Stadtbrunnen und im Oberen und Hinteren Städtle achtundzwanzig Fachwerkhäuser wieder auf.
Die "Vorstadt" und das Gerberviertel wurden vom Brand 1590 verschont, weshalb dort zwei Mahl-Mühlen und zwölf Wohngebäude übrig geblieben waren. Die "Äußere Mühle" in der Gerbergasse wurde lt. der Jahreszahl im Türsturz bereits 1557 erbaut und ist somit das älteste Fachwerkhaus der Stadt (siehe auch Bauwerke der Stadt).
